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	<title> &#187; Willi &#8220;Ente&#8221; Lippens</title>
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	<description>...wenn nicht nur das Deo versagt</description>
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		<title>Kaderschmiedearbeiten</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jun 2014 00:32:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>maenne</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die neue Saison wird per Preetzisionsmangement und luhukayscher Akribie generalstabsmäßig vorbereitet, ein Aufmarschplan für die kommenden Kampfeinsätze mustergültig erarbeitet und ein wuchtiger Sturmangriff der unwiderstehlichen Art auf das erste Tabellendrittel gestartet.
So stellt man sich das jedenfalls als selbst in die Jahre gekommener aber an  Geschichtsvergessenheit leidender Liebhaber der &#8220;Alten Dame&#8221; sehnsuchtsvoll vor.
Die alte preußische Infantriedoktrin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die neue Saison wird per Preetzisionsmangement und luhukayscher Akribie generalstabsmäßig vorbereitet, ein Aufmarschplan für die kommenden Kampfeinsätze mustergültig erarbeitet und ein wuchtiger Sturmangriff der unwiderstehlichen Art auf das erste Tabellendrittel gestartet.<br />
So stellt man sich das jedenfalls als selbst in die Jahre gekommener aber an  Geschichtsvergessenheit leidender Liebhaber der &#8220;Alten Dame&#8221; sehnsuchtsvoll vor.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Die alte preußische Infantriedoktrin vom unwiderstehlichen Sturmangriff, die sich beim Niederschlagen des Boxeraufstands zum letzten Mal bewährt hatte, war vor 100 Jahren mit verantwortlich, in welchem Ausmaß die Kanonen gemästet worden sind und der angestrebte Platz an der Sonne in Strömen von Blut versenkt wurde†<br />
Soviel an dieser Stelle zur jubilarischen Würdigung alter Berliner Vorgehensweisen.</p>
<p>Der leichtfertige Gebrauch militaristischen Vokabulars bei der Beschreibung der anstehenden fußballerischen Auseinandersetzungen (Please mention the war!) sollte aber einer eher sportlichen Betrachtungsweise anheim fallen, bzw. nicht ganz so ernst genommen werden, zumal Deutschland beim Überseeeinsatz seines Expeditionskorps auch sein schwerstes Sturmgeschütz zu hause gelassen hat, womit wir wieder beim Thema sind.<br />
Pierre-Michel Lasogga, genannt Bär, ein Sturmtank der Extraklasse mit der zweitbesten Torquote der vergangenen Spielzeit musste für uns normalsterbliche Bundestrainer eigentlich dringend mit nach Brasilien fahren. Wieso Jogi, nachdem PML nun auch schon mal eingeladen war, auf seine Nominierung verzichtet hat, ist völlig unverständlich, ein Zusammenhang mit dem anstehenden Idiotentest will man da schon gar nicht mehr ausschließen.<span id="more-581"></span><br />
Nominell nur einen Stürmer mitzunehmen, der schon ein wenig in die Jahre gekommen ist und dessen Verletzungsanfälligkeit in letzter Zeit auch stark zugenommen hat, könnte sich rächen, obwohl Mirek ein ganz netter ist und Poldi, Götze, Müller und Reus auch im Sturm spielen können.<br />
Auf die Option mit der Brechstange zu verzichten, bzw. Klose Mitte der zweiten Halbzeit raus zu nehmen, wenn er denn bei den Verhältnissen so lange durchhält und wen zu bringen, der nochmal richtig an den Ketten zerrt, ist nur als sträflicher Leichtsinn zu bewerten.<br />
Der Matchplan, den sich die Gegner der deutschen Mannschaft zurecht legen, dürfte in erster Linie von &#8220;internationaler Härte&#8221; geprägt sein, was bei den Filigranisten Özil und Götze seine Wirkung nicht verfehlen wird. Da ist es überlebenswichtig jemanden zu haben, der die Physis mitbringt, voll dagegen zu halten und die Lücken zu reißen, in die Müller und Reus zum Torerfolg durchstoßen können, am Beeindruckensten war aber wie Lasogga seine Entschlossenheit zum Torabschluss nochmal gesteigert hat.</p>
<h4>Spielerqualitätsanforderungen</h4>
<p>Der Bär hat seine Qualitäten beim HSV eindrucksvoll unter Beweis gestellt, der Bär kann gehen und zwar zurück zu Hertha, dass das das Beste für ihn ist, davon müsste er allerdings noch überzeugt werden, bzw. seine Mutter Kerstin, dabei werden ein paar Blümchen nicht ausreichen, eine nennenswerte Auffrischung der Haushaltskasse wird sich wohl nicht vermeiden lassen.<br />
Ob er in der Premier League in seinen  jungen Jahren als &#8220;German Sturmtank&#8221; die Breschen in Abwehrbollwerke reißt und entscheidende Treffer landen kann oder als &#8220;Rheinish Krautwickel&#8221; verrissen und verfrühstückt wird, ist eine spannende Frage. Antworten werden im Laufe der nächsten Jahre gegeben.<br />
Die Wahrscheinlichkeit, dass er auf dem Großparkplatz in der niedersächsischen Rübensteppe anheuert, scheint noch am Größten zu sein. Normal möchte man da nicht tot überm Zaun hängen, geschweige denn ohnmächtig auf der Ersatzbank schmoren, aber da kennt er sich schon etwas aus.<br />
Die Hertha-Mannschaftsführung muss ihm dringend nahebringen, dass seine Entwicklungschancen an der Spree die Besten sind, garantierte Einsatzzeiten und die nötigen Erholungspausen sowie ein überzeugendes Handgeld für die Vertragsverlängerung von 3-4 Jahren. Dazu braucht es noch einen qualifizierten Zweitstürmer wie Konan, der Volllstrecker. Auf einen Spieler dieser Art wartet man in Berlin seit &#8220;Erpelwilli&#8221; seinen bereit gestellten Geldkoffer nicht abgeholt hat, woran sich sicherlich auch nur die Älteren werden erinnern können, falls überhaupt.<br />
Der restliche Kader nimmt langsam Konturen an: Mit Hegeler kommt nochmal ein Spezi vom Cheftrainer aus augsburger Tagen, Stocker sollte den geforderten Ansprüchen auf der linken Seite auch genügen und Plattenhardt darf dahinter dicht machen. Leasingrückläufer wie Bastians und Sahar sollten da zu wenig Platz haben und müssten wohl auf dem Grabbeltisch verramscht werden, da wurde bei der Vereinsführung das erforderliche Fingerspitzengefühl des öfteren schmerzlich vermisst, aber dafür haben sie jetzt Gelegenheit zu üben. Mit Franz und Kluge hat man sich ja nun gütlich geeinigt und Kobi in die verdiente Rente geschickt, aber Burchert, Janker, Holland, Niemeyer und Wagner müssen noch vom Qualitätsmanagementsystem ausgesondert werden, Ronny sollte noch als Sonderfallregelung bearbeitet werden.</p>
<h4>Mannschaftsentwicklungshilfe</h4>
<p>Erfolg ist im Fußball nur mit dem Erzielen von Toren zu erreichen, dazu braucht es jemanden, der die Dinger vorne reinmacht. Dass der &#8220;Bär&#8221; zu Beginn der letzten Saison zum HSV abgeschoben wurde, war für mich eine Riesenenttäuschung, die allerdings durch den guten Saisonstart etwas kompensiert werden konnte. Umso schmerzlicher machte sich das Fehlen in der Rückrunde bemerkbar, aber auch schon vorher waren einige Spiele dabei, die noch einen echten Impuls von der Ersatzbank hätten gebrauchen können. Das macht den besonderen Wert von Lasogga aus, dass er ein mitreißender Fighter ist und das in seinem Alter.<br />
Dass er sich dabei manchmal etwas zu straff aufpumpt, wie im Rückspiel der Relegation zu sehen war, ist völlig  normal, auch dass die Luft dann wieder abgelassen werden muss. Ihm das vorzuhalten, ist völliger Blödsinn, vorallem im Vergleich zum Gebaren einiger gesetzter Herren, das in der vergangenen Saisson zur Aufführung kam.</p>
<p>Eine Entscheidung von PML wird in der kommenden Woche erwartet, die charakterlichen Schwächen oder sogar Dummdreistigkeit, die ihm von einigen Herthaanhängern in den einschlägigen Foren unterstellt werden, sind meiner Einschätzung nach völlig haltlos.<br />
In dieser Situation nicht in aller Ruhe auf Muttis Schoß mit dem Daumen im Mund den Weisheiten aus 18 langen Spielzeiten vom Stiefpappi  zu lauschen, den man früher als Pannen-Olli kannte, und das Für und Wider aller Optionen durchzugehen, das wäre geeignet Pierre-Michel Hirninsuffizienz zu diagnostizieren.<br />
Warum das bei dem Einen als Cleverness und Abgezocktheit beim Gehaltspoker und bei Anderen als Unverschämtheit und undankbare Gier wahrgenommen wird, liegt natürlich an der Perspektive, die Beteiligung von Frauen wie Gaby S. und Bianca I. verschiebt sie dann gerne in Richtung: Geht überhaupt nicht. Dass beim Bär Mama Kerstin die Verhandlungen führt, geht wohl noch darüber hinaus, besonders weil sie ein knallharter Profi ist, bei der noch unbändiger Beschützerinstinkt hinzu kommt.</p>
<h4>Trainerkarussellbremser</h4>
<p>Von Wayne Rooney hieß es, als er bei ManU anfing, dass er noch mehr Muffe vor seiner Mutter hätte als vor Sir Alex. Wie man sich auf Trainerbänken und in Managerbüros gegen solche Furiositäten durchsetzen kann, wird auf keiner Sporthochschule gelehrt.</p>
<p>Preetz und Luhukay sind vollkommen auf die Aufgabe fokussiert, unsere olle Hertha wieder in der Bundesliga zu etablieren, der Trainer beschäftigt sich mit nichts anderem während er in Berlin ist als mit Fußball: Trainingspläne, Aufstellungen, Rekonvaleszenten, Gegnerbeobachtungen, Scouting und das ganze Pipapo.<br />
Wie gesund das in der Form ist, muss jeder für sich selbst beantworten.<br />
Dass Thomas Tuchel sein Amt in Mainz zu Verfügung gestellt hat, bei dem es so ausgesehen hat, dass er sich mit noch größerer Intensität aufs Coaching konzentriert hat als JoLu, war eine ganz dicke Überraschung im Saisonfinale, wobei man nicht weiß, soll man ihn dafür bewundern oder bemitleiden.<br />
Nachhaltige Trainingsarbeit kann nur aus einer gesunden Mischung aus Anspannung und Lockerungsübungen dauernden Erfolg haben. Wieweit sich Herthas Cheftrainer in die Arbeit vertieft, dass er über keinen Tellerrand mehr gucken kann, kann nur vermutet werden. Die Rückrunde sah aus, als habe es nicht wirklich eine Strategie gegeben.<br />
Wenn man Ronny zum Spitzenverdiener macht und nicht ausprobieren will, ob er sich einen Spielrhythmus erarbeiten kann, ist das mindestens Geldverschwendung, das gleiche gilt für Brooks, die hoffnungsvollen Talente müssen auch die Gelegenheit bekommen, sich bewähren zu können.<br />
Mit welchen Intentionen, die Qualität der Mannschaft weiter entwickelt werden sollte, war überhaupt nicht zu erkennen. Bei Ronny steht zu befürchten, dass er nach dem Abgang von Ramos ganz vereinsamt und es wohl besser wäre, sich vom Brasilianischen Ballzauber zu verabschieden und auf japanischhe Verlässlichkeit und Disziplin zu bauen, Kiyotake vom Club wäre sicherlich ein brauchbarer Ersatz.</p>
<p>Für eine fehlende Strategie, die Fußballsparte des Vereins als Ganzes weiter zu entwickeln, gibt es keinen Ersatz. Ob JoLu für diese Übung der richtige Leiter ist, wurde hier schon bezweifelt.<br />
Der gefragteste Fußballlehrer in Deutschland, von dem zu vermuten ist, dass er in nächster Zeit über das nötige Maß an freien Denkkapazitäten verfügt, sollte zumindest für die detaillierte Ausarbeitung eines Konzepts gewonnen werden.</p>
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		<title>Fernsehfußball</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jun 2011 10:52:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>maenne</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fortsetzung von "Hertha ist Meister"
Sportschau
Hauptnahrungsquelle für die fußballhungrige Fanseele war damals wie heute das Fernsehen, die Berichterstattung über den Skandal war mit Abstand das unschmackhafteste und unbekömmlichste was dem jugendlichen Fan serviert werden konnte, man war ruckzuck grazzesatt, so dass die weitere Nahrungsaufnahme an Skandalnudeln folglich verweigert wurde. Die gebotene Fußballvollkost der DFB-Auswahl und der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<pre>Fortsetzung von "Hertha ist Meister"</pre>
<h3>Sportschau</h3>
<p>Hauptnahrungsquelle für die fußballhungrige Fanseele war damals wie heute das Fernsehen, die Berichterstattung über den Skandal war mit Abstand das unschmackhafteste und unbekömmlichste was dem jugendlichen Fan serviert werden konnte, man war ruckzuck grazzesatt, so dass die weitere Nahrungsaufnahme an Skandalnudeln folglich verweigert wurde. Die gebotene Fußballvollkost der DFB-Auswahl und der Bayern mit internationalen Titeln à la Carte und das grandiose Direktspiel (One touch football) der Fohlenelf entschädigte für den erbarmungswürdigen Fraß, den man von Funktionärsseite bis zur WM 74 per Gnadenakt restlos abgeräumt und verdaut haben wollte, der einem aber die ganzen Siebziger gelegentlich noch sauer aufstieß.<br />
Bundesligafußball fand ausschließlich in der Sportschau und im Aktuellen Sportstudio statt, man glaubte zu der Zeit noch, dass Direktübertragungen die Zuschauer aus den Stadien fernhielten. Spiele in den Europa-Cups wurden grundsätzlich nicht übertragen, wenn ein zeitgleich stattfindendes Spiel darunter hätte leiden können.</p>
<h3>Starkult</h3>
<p>Zur WM in Mexiko 1970 war das Fußballfieber im Rahmen der Nachwuchsmaschendrahtkäfighaltung auf dem absoluten Höhepunkt angelangt und <span id="more-191"></span>ich hatte zum ersten und einzigen mal Fußballerbildchen gesammelt, die Idolisierung von Fußballern griff immer mehr um sich, die größte Nummer im Weltfußball war natürlich Pelé, auf dem Bolzplatz ohne Akzent. Mein Favorit war Gigi Riva, der kostspieligste Kicker seiner Zeit mit dem wohl rasantesten Namen, der sich für mich damals anhörte wie der &#8220;Zug zum Tor&#8221; bei rasender Durchfahrt durch den &#8220;Großen Bahnhof&#8221; und vielmehr war von Riva auch nicht zu sehen gewesen, aber Italien war damals vor allem für Fußballer das Land der Träume.</p>
<h3>Ententanz</h3>
<p>Der beeindruckendste Spieler, vor allem weil er regelmäßig in der Sportschau zu sehen war, unvergesslich in seiner Art zu spielen, war Willi &#8220;Ente&#8221; Lippens, ein einmaliges Bewegungsnaturtalent hart an der Grenze zum -wunder, jeder Schritt eine Körpertäuschung, der an guten Tagen ausverkaufte Stadien schwindelig spielen konnte, und den Ball lieber vertändelte als zu verschießen. Als Ruhrpott-Garrincha für die Stehplatzränge wurde er mit großem Abstand der beliebteste Holländer in Deutschland, mit einer beispielgebenden Integrationsleistung, die in erster Linie darin bestand, dass er von hause aus eigentlich Niederrheiner ist und zu gekonnten Verbaldribblings ansetzte, da wo sonst auf Kritik &#8220;Ja gut, &#8211; ich sach ma, &#8211; kann man so sehen.&#8221; schon als schwer verplauscht betrachtet wurde und die meistens auch treffend abschloss.<br />
Dafür konnte er kein Holländisch und wollte nicht für Deutschland spielen weil Vati ihn nicht mehr zuhause rein gelassen hätte. Bei den niederländischen Starkickern war die Rivalität zum deutschen Fußball allerdings so groß, dass er auch wegen seiner spärlichen Sprachkenntnisse schon als Halbnazi verunglimpft wurde und über einen Einsatz nicht hinaus kam. Einen Koffer aus Berlin hätte er auch haben können, 600 K reichten dann leider nicht, ihn aus dem Pott in die Frontstadt zu locken, Mauern lag ihm einfach nicht.</p>
<h3>1. Abstieg</h3>
<p>Beim ersten Mal tut es ja noch besonders weh, vor allem wenn man Mitte der Rückrunde mit der 1. Liga schon abgeschlossen hatte und dann brechen tatsächlich Fiffis Aufhohljäger durchs Unterholz und pirschen sich noch mal richtig ran, um letztendlich von Otto Rehagels Fortuna mit 4 Glückstreffern immer genau auf das Schlimme zur Strecke gebracht zu werden. Fiffi ist denn auch gleich auf Rente, Otto ist bei Werder für Kuno Klötzer eingesprungen, der vorher schon unsere Hertha versenkt hatte, und hat da eine Ära begründet.<br />
Das Trainerkarussell drehte sich schon genau so schnell wie heutzutage, was der richtige Trainer beim passenden Verein bewirken kann, haben Weisweiler in den 60er und 70ern bei Gladbach und Rehagel in den 80er und 90ern bei Werder vorgeführt. Drei bis vier Übungsleiter konnten aber auch schon mal gebraucht werden, um definitiv zu ermitteln, dass eine Mannschaft die Klasse für die Liga nicht hatte und manchmal ist es auch umgekehrt. Uwe Klimaschefski war bedauerlicher Weise nur ein Zweitligatrainer, der mit bedingungsloser Offensive die Massen wieder ins Olympiastadion lockte, wo wir mit ansehen mussten, wie die Mitabsteiger Bremen und Braunschweig sich die Punkte jeweils in der Schlussphase schnappten und Hertha in Liga 2 zurück ließen. Die Niederlage gegen Braunschweig im Mai 81 war die kälteste Dusche, die im Olympiastadion bislang verabreicht wurde, härter wurde Euphorie noch nicht ausgebremst.</p>
<h3>2. Auf- und Abstieg</h3>
<p>Georg Gawliczek hatte im Winter 81/82 dann von Klima übernommen und Hertha zurück ins Oberhaus gecoacht, ein Pyrrhussieg wie aus dem Bilderbuch. Der Berliner, also der Originale, der vor allem was sehen will für sein Geld, hatte den haarscharf verpassten Aufstieg in der Saison davor völlig zu recht als persönliche Beleidigung aufgefasst und die Alte Dame mit Missachtung gestraft und die stand von allen guten Geistern verlassen im letzten löchrigen Hemd im kalten Liebesentzug.<br />
Gawliczek sorgte für eine andachtsvolle Beerdigung 3. Klasse, ein letztes Aufbäumen wurde halbherzig angedeutet mit dem untauglichen Versuch sich in der Winterpause mit dem versehrten Altstar Rainer Bonhof zu verstärken, den man in einer sozialen Aufwallung das letzte verfügbare Bare als kleines Zubrot in den verdienten Ruhestand nachgeworfen hatte.<br />
Ganz schwach angefangen, richtig stark nachgelassen und hinten raus noch völlig eingebrochen, aber dafür die ganze Kohle restlos verballert, das war die Abstiegssaison 82/83, auf die die totale sportliche Bedeutungslosigkeit folgte.</p>
<h3>Poststadiontraumatisches Überlastungssyndrom</h3>
<p>Von Funktürmen in hoffnungslosen Abwehrschlachten, Riegel-Rudis, die auf der Durchreise vom Himalaya zur Südsee die Tür nicht zu kriegten und Wundermännern, die nicht mal die billigsten Taschenspielertricks beherrschten soll hier gar nicht die Rede sein, es war teuer genug, das dem Vergessen anheim zu zahlen oder wie Falco gesagt hatte: &#8220;Wer sich an die 80er erinnern kann, hat sie nicht miterlebt.&#8221;<br />
Als Herthafan war das absolut überlebensnotwendig.</p>
<pre>
<pre>nächste Woche: "Struggle of Unity"</pre>
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